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Inhalt: Bewusstsein signalisieren, Sprechstundengestaltung, Anlaufstellen.


Studierende kommen mit unterschiedlichen Anliegen zu Ihnen in die Sprechstunde. Meistens geht es dabei um Fragen zu Prüfungs- und Studienleistungen. Im Folgenden werden Ihnen einfache Tipps zur Verfügung gestellt, wie Sie Ihr Beratungsangebot barrierefreier gestalten können und wo Sie im Fall von Fragen zu psychischen Belastungen, Nachteilsausgleichen oder krankheitsbedingten Bedarfen Unterstützung finden.

Bewusstsein für Barrieren signalisieren

Ein erster wichtiger Schritt zu mehr Barrierefreiheit in Ihrem Lehralltag kann darin bestehen, den Studierenden das Gefühl zu vermitteln, dass Sie ein offenes Ohr für krankheits- oder beeinträchtigungsbedingte Bedarfe haben. Eine Möglichkeit dies zu signalisieren, kann sein, dass Sie zu Beginn jedes Semesters, beispielsweise im Zusammenhang mit Prüfungen, auf die Möglichkeit von Nachteilsausgleichen für Studierende mit Behinderung aufmerksam machen. Einerseits signalisieren Sie dadurch Ihre offene Einstellung gegenüber Themen wie Behinderungen andererseits normalisiert es diese.

Info: Bitte achten Sie unbedingt darauf, im Zusammenhang mit Nachteilsausgleichen nicht von „Vorteilen” zu sprechen, da es sich eben nicht um solche handelt. Nachteilsausgleiche sind rechtlich verankert, um eine faire und vergleichbare Studien- und Prüfungssituation für Studierende mit Behinderung herzustellen.


Lehrenden der Universität Bielefeld steht ein Foliensatz zur Verfügung. Diesen dürfen Sie sehr gerne in Ihren Kursen nutzen und zusätzlich in Ihren digitalen Lernräumen hochladen.

Sprechstunde gestalten

Im Vorfeld der Sprechstunden sollten Sie sich Gedanken machen, ob Ihr Beratungsangebot barrierefrei gestaltet ist. Hier einige Anregungen:

  • Bieten Sie Beratungsgespräche auch online, z.B. via Zoom, oder telefonisch an. Studierende können so selbst entscheiden, welches Angebot sie wahrnehmen wollen. 
  • Prüfen Sie, ob Ihr Beratungsraum barrierefrei für Rollstuhlnutzer*innen erreichbar und zugänglich ist und ob ein Bewegungsradiusum von mindestens 2x2 Metern in Ihren Räumlichkeiten vorhanden ist.
  • Fragen Sie, ob die Lichtverhältnisse im Raum angenehm sind.
  • Verzichten Sie auf starke Duftstoffe.

Bedarfsabfrage

Besonders vorteilhaft kann eine Abfrage der Bedarfe von Studierenden vor den Sprechstunden sein. Beispielsweise könnten Sie fragen: 

  • „Gibt es bestimmte krankheits- oder behinderungsbeeinträchtigungsbedingte Bedarfe, um ein Beratungsgespräch zu führen?“ 
  • Oder: „Ich treffe, im Rahmen meiner Möglichkeiten, gerne Vorkehrungen für mehr Barrierefreiheit für Sie.Ich treffe gerne Vorkehrungen für mehr Barrierefreiheit im Rahmen meiner Möglichkeiten für Sie. Bitte teilen Sie mir dafür sobald wie möglich Ihre Bedarfe mit.“

Dadurch signalisieren Sie, dass Sie offen für Themen wie Behinderungen sind und diese ernst nehmen.

Gesprächsführung

Im Gespräch mit Studierenden sollten Sie sich Gedanken machen wie Sie über Beeinträchtigungen, chronische und psychische Erkrankungen sprechen, denn "Sprachsensibilität" ist in diesem Zusammenhangbesonders relevant. Die ZAB – Zentrale Anlaufstelle Barrierefrei bietet Ihnen mit dem „ZAB Sprachkompass“ ein Tool, um Texte sowie Textbausteine auf ableistisch diskriminierende Sprache zu untersuchen und ggf. Alternativen kennenzulernen. Zudem können Sie auch einen Blick in das Glossar werfen, wo wir viele Begriffe rund um Barrierefreiheit bündig erklärten werden.

Anlaufstellen

In Beratungsgesprächen kann es rund um die Themen Barrierefreiheit, Behinderung, etc., zu Fragen kommen, die Sie nicht beantworten können - das wird auch nicht von Ihnen erwartet. Viel wichtiger ist es, Studierende in diesen Fällen selbstverständlich an die entsprechenden Beratungsstellen zu verweisen. Am besten stellen Sie sich eine kleine Liste für Ihre Hochschule und Stadt zusammen.

Universität Bielefeld

Für Lehrende der Universität Bielefeld wurden folgende Informationsangebote und Anlaufstellen zusammengestellt: 

Bei Bedarfen rund um Themen wie Nachteilsausgleiche oder Unterstützungsmöglichkeiten explizit für Studierende mit Beeinträchtigungen, chronischen oder psychischen Erkrankungen, können Sie an die ZABverweisen. Die ZAB berät vertraulich in allen Angelegenheiten rund um das Studieren mit Behinderung, chronischer oder psychischer oder chronischer Erkrankung.


für Belange hinsichtlich Nachteilsausgleichen oder Unterstützungsmöglichkeiten explizit für Studierende mit Beeinträchtigungen, chronischen oder psychischen Erkrankungen

Informationsangebote und Anlaufstellen Kommt es in Beratungsgesprächen zu Fragen, die Sie nicht beantworten können, z.B. zu Themen wie Nachteilsausgleichen oder Unterstützungsmöglichkeiten explizit für Studierende mit Beeinträchtigungen, chronischen oder psychischen Erkrankungen, können Sie die Studierenden an die ZAB (https://www.uni-bielefeld.de/einrichtungen/zab/) verweisen. Die ZAB berät vertraulich in allen Angelegenheiten rund um das Studieren mit Behinderung, chronischer oder psychischer oder chronischer Erkrankung, wie z.B. Nachteilsausgleiche.

Zudem gibt es steht Ihnen unter „Nachteilsausgleiche“ eine allgemeine einführende Übersicht zum Thema Nachteilsausgleiche zur Verfügung. Es ist jedoch zu empfehlen, dass sich die Studierenden zu diesem Thema individuell in der ZAB beraten lassen.


Kommt es im Beratungsgespräch mit den Studierenden zu Fragen oder Gesprächssituationen im Zusammenhang mit v.a. psychischen oder seelischen Belastungen oder Erkrankungen, können Sie die Ratsuchenden an folgende ausgewählte Anlaufstellen verweisen:


Sollten im Beratungsgespräch mit Studierenden Fragen oder Situationen im Zusammenhang mit psychischen oder seelischen Belastungen bzw. Erkrankungen auftreten, können Sie die Ratsuchenden an die folgenden ausgewählten Anlaufstellen verweisen:

  • Niedrigschwellige psychosoziale Beratung an der Universität Bielefeld: ZSB - Zentrale Studienberatung
  • In akuten Krisensituationen: Sozialpsychiatrischer Dienst Bielefeld
  • Beratungs- und Seelsorgeangebot rund um die Uhr für alle in Konflikt- und Krisensituationen: Telefonseelsorge Bielefeld-OWL
  • Zuhörtelefon von und für Studierende: Nightline Bielefeld

Sofern es Ihnen möglich ist, bieten Sie am Ende Ihrer Sprechstunde, wenn möglich, weitere Gespräche an. Eine erneute explizite Einladung, individuelle Bedarfe zu benennen, kann dabei unterstützend wirken.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Es ist nicht wichtig, dass Sie sich mit jeder Erkrankung, Beeinträchtigung oder Behinderung im einzelnen intensiv auseinander gesetzt haben. Bedeutsam ist vor allem, dass Sie den Studierenden Ihre Offenheit für deren krankheits- oder beeinträchtigungsbedingten Bedarfe vermitteln und mit der Weitergabe von Informationen chancengerechte Bedingungen schaffen. Auf Nachteilsausgleiche aufmerksam zu machen schafft chancengerechte Bedingungen. Besonders hilfreich ist zudem, wenn Sie bei Bedarf an die passenden Stellen weitervermitteln können.

Schon kleine Veränderungen in der Gestaltung Ihrer Lehre und Sprechstundenangebote können Barrieren abbauen!