3. Text
Inhalt: Schrift, Textausrichtung, Listen und Aufzählungen, Kontrastverhältnis, Absatzformatierung.
3.1 Schrift
Die Schrift ist serifenlos (z.B. Arial, Helvetica), nicht zu dick oder zu dünn und Hervorhebungen (z.B. fett) sind sparsam eingesetzt.
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Was ist damit gemeint?
Es empfiehlt sich, eine serifenlose Schriftart zu wählen, welche weder zu dick noch zu dünn ist, um eine optimale Lesbarkeit zu gewährleisten. Dabei geht es vor allem um das Erkennen und Unterscheiden einzelner Buchstaben und Wörter.
Serifen sind kleine Verzierungen oder Linien, die an den Enden der Buchstaben angebracht sind. Serifenlose Schriftarten haben eine klare und glatte Linienführung und wirken moderner und schlichter als Schriftarten mit Serifen.
Es ist wichtig, dass die Strichstärke von Schriften zwischen 10% und 20% der Mittellänge liegen, um ausreichenden Kontrast zu gewährleisten. Schriftarten ohne Serifen, bei denen der Unterschied zwischen der Stärke der Linien der Buchstaben gering ist, sind am besten geeignet und entsprechend den Schriftstärken "Normal" oder "Regular". Feine und fette Schriftstärken sowie Schriften mit hohem Strichstärkenkontrast sollten vermieden werden, besonders als Formatierung des gesamten Textes.
Grundsätzlich ist im Moodle-Editor bereits eine passende serifenlose Schrift eingestellt. Diese sollte entsprechend verwendet werden. Der Fokus bei der Vermittlung von Inhalten sollte weniger auf Ästhetik als auf Zugänglichkeit geachtet werden.
Warum ist es wichtig?
Serifenlose Schriften sind insbesondere für Rezipierenden einfacher zu entziffern, die Schwierigkeiten haben, dem Lesefluss zu folgen oder den Text zu erkennen und zu lesen. Denn Schriften mit Serifen (z.B. New Times Roman) können bei einigen Rezipierenden dazu führen, dass Buchstaben ineinander verschwimmen oder schwieriger zu lesen sind, da die Serifen die Buchstabenformen stärker variieren. Außerdem können Schriftarten, die zu dünn oder zu dick sind, die Lesbarkeit beeinträchtigen, insbesondere für Rezipierende mit beeinträchtigtem Sehvermögen
Wie kann ich es umsetzen/prüfen?
Hervorhebungen können Sie wie folgt entfernen:
- Markieren Sie den entsprechenden Text.
- Wählen Sie unter "Format" "Formatierung enfernen" aus.
Beachten Sie, dass Schriftformatierungen wie Schriftgröße nicht in allen Texteditoren in Moodle angeboten werden. Achten Sie beim Kopieren aus anderen Programmen auf mögliche Formatierungsunterschiede und entfernen Sie diese ggf.
3.2 Textausrichtung
Der Text ist linksbündig ausgerichtet.
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Was ist damit gemeint?
Ein linksbündig ausgerichteter Text ist am linken Seitenrand ausgerichtet. Das bedeutet, dass alle Zeilenanfänge senkrecht untereinanderstehen und die Zeilenenden rechts frei auslaufen. Grundsätzlich sind Texte in Moodle bereits linksbündig ausgerichtet. Falls jedoch Texte aus anderen Programmen (z.B. Word) kopiert und eingefügt werden, werden die Formatierungen mitübernommen. Text, der nicht links ausgerichtet ist, sollte daher entsprechend geändert werden.
Warum ist es wichtig?
Eine linksbündige Formatierung hilft Rezipierenden, die Schwierigkeiten haben, dem Lesefluss zu folgen, da die Textzeilen an einem gemeinsamen linken Rand beginnen und somit leichter zu verfolgen sind. Sind die Zeilen unterschiedlich lang, ist es leichter, mit den Augen von einer Zeile zu nächsten zu springen. Da Blocksatz insbesondere bei schmalen Spalten unregelmäßig große Wortzwischenräume und häufigere Worttrennungen verursacht, ist linksbündiger Flattersatz vorzuziehen.
Wie kann ich es umsetzen/prüfen?
Markieren Sie den entsprechenden Text. Im Editor finden Sie unter "Format - Ausrichten" die Einstellungen für die Ausrichtung des Textes, wählen Sie hier "Links" aus.
3.3 Listen und Aufzählungen
Listen und Aufzählungen sind mit Listen- und Aufzählungsformaten erstellt. Es sind nur Inhalte als Liste/Aufzählung ausgegeben, die auch wirklich eine Liste/Aufzählung darstellen.
Weitere Informationen
Was ist damit gemeint?
Listen- bzw. Aufzählungsformate sind spezielle Formatierungsoptionen, die verwendet werden können, um eine Liste von Elementen oder Punkten zu erstellen.
Um die Lesbarkeit und Verständlichkeit zu verbessern, sollten Listen sinnvoll aufgeteilt werden. Beispielsweise könnten Vorteile in einer Liste und Nachteile in einer anderen Liste aufgeführt werden. Diese Strukturierung hilft den Rezipierenden, die Informationen leichter zu erfassen und zu verarbeiten.
Insgesamt sollte man sich beim Einsatz von Listen und Aufzählungen immer fragen, ob es wirklich notwendig und sinnvoll ist, diese Formatierung zu verwenden und ob sie den Rezipierenden bei der Erfassung des Inhalts hilft.
Warum ist es wichtig?
Die Verwendung von manuell erzeugten Aufzählungszeichen kann dazu führen, dass die Liste nicht als zusammenhängende Liste erkannt wird und somit unzugänglich ist. Wird eine Liste nicht richtig von Sprachausgaben und Screenreadern vorgelesen, kann dies dazu führen, dass Rezipierende Schwierigkeiten haben, die Anzahl der Elemente in der Liste zu erkennen oder sie möglicherweise nicht vollständig oder im Zusammenhang verstehen. Das kann zur Folge haben, dass wichtige Informationen nicht korrekt erfasst werden können. Mit Hilfe von Listen- und Aufzählungsformaten für Listen können Screenreader-Rezipierende diese als Liste wahrnehmen und zusammenhängend interpretieren.
Wie kann ich es umsetzen/prüfen?
Um eine Liste/Aufzählung richtig auszuzeichnen, gehen Sie wie folgt vor:
- Markieren Sie den Text, den Sie als Liste/Aufzählung ausgezeichnet haben wollen.
- Klicken Sie im Editor auf die drei Punkte ("...").
- Wählen Sie anschließen das entsprechende Symbol aus, um den Text zu formatieren.
Alternativ geben Sie den Text im Editor entsprechend ein:
- Schreiben Sie am Anfang des Listen/Aufzählungselement "1." (erstens) oder "-" (Minuszeichen).
- Schreiben Sie den Text.
- Dücken Sie enter. Nun ist die Formatierung automatisch eingestellt.
3.4 Kontrastverhältnis
Texte haben ein ausreichendes Kontrastverhältnis zum Hintergrund. Für große Texte ab 18 Pt. bzw. fette Texte ab 14 Pt. mindestens 3:1. Für alle anderen Texte 4.5:1.
Weitere Informationen
Was ist damit gemeint?
Das Kontrastverhältnis bezieht sich auf das Verhältnis zwischen der Helligkeit des Textes und dem Hintergrund, auf dem er angezeigt wird. Ein hohes Kontrastverhältnis erleichtert die Lesbarkeit des Textes. Ein ausreichendes Kontrastverhältnis ist erreicht, wenn sich die Textfarbe deutlich von der Hintergrundfarbe abhebt. Schwarze Schrift auf weißem Hintergrund (oder umgekehrt) stellt den optimalen Kontrast dar. Wenn andere Farben genutzt werden, müssen die Kontrastverhältnisse überprüft werden.
Der Grund für diese Mindestanforderungen ist, dass bei schlechten Lichtverhältnissen oder Sehschwierigkeiten Texte mit schlechten Kontrastverhältnissen nicht richtig erkannt/gelesen werden können.
Warum ist es wichtig?
Ein ausreichendes Kontrastverhältnis zwischen Text- und Hintergrundfarbe ist von großer Bedeutung, insbesondere für Rezipierende mit eingeschränktem Sehvermögen. Wenn der Kontrast nicht hoch genug ist, kann der Text schwer oder gar nicht lesbar sein, was zu Barrieren beim Zugriff auf Informationen führt.
Zum Beispiel haben Rezipierende mit Farbenblindheit Schwierigkeiten, zwischen bestimmten Farben zu unterscheiden. Ein ausreichendes Kontrastverhältnis hilft dabei, dass sie den Text dennoch lesen können. Wenn das Kontrastverhältnis zwischen Text und Hintergrund niedrig ist, kann es schwieriger sein, den Text zu lesen, selbst wenn dieser groß ist.
Ein ausreichender Kontrast erleichtert nicht nur Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen die Wahrnehmung von Inhalten. Auch Rezipierende, die in einer Umgebung mit schlechten Lichtverhältnissen arbeiten, einen Ausdruck in schwarz-weiß vorliegen haben oder eine Präsentation über einen Beamer verfolgen, profitieren von einem hohen Kontrast-Verhältnis. Ein ausreichender Kontrast sorgt dafür, dass die Inhalte klar und deutlich erkennbar sind und somit die Informationsaufnahme und Verarbeitung erleichtert wird.
Wie kann ich es umsetzen/prüfen?
Zur Überprüfung von Kontrasten können Sie verschiedene Online-Tools oder Programme verwenden. Diese enthalten im Namen häufig "color contrast". Mit diesen Tools können Sie die gewählte Schriftfarbe im Vergleich zur gewählten Hintergrundfarbe überprüfen. Ist der Kontrast nicht hoch genug, passen Sie die Farben entsprechend der Empfehlungen an.
3.5 Absatzformatierung
Texte sind mithilfe der Absatzformatierung ("Absatz") formatiert. Es werden keine Leerzeilen erstellt, um Textabstände zu generieren.
Weitere Informationen
Was ist damit gemeint?
In Moodle gibt es weniger Möglichkeiten, Texte zu formatieren. So gibt es nur wenige Möglichkeiten, den Text mit Absatzformatierungen in bestimmte Form zu bringen. Jedoch ist es wichtig, Text, der keine Überschrift darstellt, als "Absatz" zu formatieren, falls es dieser noch nicht ist.
Zudem ist es von Bedeutung, zwischen Textabsätzen nicht mehr als eine Leerzeile zu generieren. Auch nicht zu optischen Zwecken. Denn Studierende, die einen Screenreader nutzen, bekommen diese Leerzeilen vorgelesen als z.B. "Neue Zeile" oder "Leerzeile" (die Ausgabe ist abhängig davon, welcher Screenreader oder auch Sprachausgabe genutzt wird). Das ist für den Lesefluss störend und sollte daher vermieden werden.
Warum ist es wichtig?
Die Verwendung von Absatzformatierung ("Absatz") für die Strukturierung von Texten ist wichtig, da sie die Konsistenz und Lesbarkeit von Inhalten verbessert. Dies stellt sicher, dass Absätze klar voneinander abgegrenzt sind und Studierende den Text leichter erfassen können, was insbesondere für Rezipierende mit Lese- oder Konzentrationsproblemen von Vorteil ist.
Die Vermeidung aufeinanderfolgender Leerzeilen zur Generierung von Textabständen oder Absätzen ist ebenfalls von großer Bedeutung, da dies die visuelle Klarheit und Ästhetik des Textes erhöht. Es hilft, eine saubere und professionelle Formatierung beizubehalten, die die Lesbarkeit für alle Studierenden, einschließlich solcher mit visuellen Beeinträchtigungen, unterstützt.
Wie kann ich es umsetzen/prüfen?
Die Absatzformatierung verwenden Sie, indem Sie im Editor unter "Format" unter "Blöcke" auf "Absatz" klicken.