Skip to main content

4. Relationales Modell

Inhalt: Behinderung als Wechselwirkung von Individuum und Umwelt, Ursprung und Entstehung, Übergang zwischen individuellen und sozialen Ansätzen

Das relationale Modell versteht Behinderung als Ergebnis der Wechselwirkung zwischen individuellen Voraussetzungen und konkreten Umweltbedingungen. Eine Beeinträchtigung wird nicht per se als Behinderung aufgefasst, sondern nur dann, wenn Anforderungen, Erwartungen oder Strukturen nicht anschlussfähig sind (Hirschberg, 2022, S. 96).

Dieses Modell entstand ursprünglich in den nordischen europäischen Ländern im Kontext sozialpädagogischer und integrationsorientierter Ansätze und stellt einen Übergang zwischen individuellen und gesellschaftlichen Erklärungen dar (Hirschberg, 2022, S. 96; Egen & Waldhoff, 2023, S. 193). Es verschiebt den Fokus von stabilen Defiziten hin zu situativen Passungsverhältnissen.

„Das relationale Modell gründet sich auf drei Prämissen: Erstens entstehe Behinderung durch eine fehlende Passung zwischen Individuum und Umwelt. Zweitens sei Behinderung grundsätzlich situations- und kontextabhängig. Drittens sei Behinderung ein relatives Phänomen“ (Hirschberg, 2022, S. 96).