7. Kulturelles Modell
Inhalt: Behinderung als kulturelle Konstruktion, Ursprung und Entstehung, Normalitätsvorstellungen und Diskurse, Fokus auf Körperbilder.
Das kulturelle Modell begreift Behinderung als diskursiv und kulturell hervorgebracht. Im Zentrum stehen Normalitätsvorstellungen, Wissensordnungen sowie symbolische Repräsentationen, die bestimmte Körper und Fähigkeiten als selbstverständlich, andere als abweichend markieren (Hirschberg, 2022, S. 101).
Das Modell gilt als Weiterentwicklung des sozialen Modells und wurde vor allem in den 1990er-Jahren im Umfeld der amerikanischen Disability Studies weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gesellschaftliche Vorstellungen von Normalität in kulturellen Zusammenhängen entstehen und wie durch deren Abgrenzung Abweichungen definiert werden. Das Modell untersucht insbesondere, wie Wissen über Körper, Körpernormen und Körperbilder hervorgebracht wird und welche sozialen Prozesse dabei ein- oder ausschließend wirken. Auf diese Weise werden auch gesellschaftliche Machtverhältnisse sichtbar, die darüber entscheiden, wessen Körper und Fähigkeiten als selbstverständlich gelten und wessen nicht (Egen & Waldhoff, 2023, S. 195).