2. Struktur des Kurses
Warum ist die Struktur des Kurses wichtig?
ILIAS bietet die Möglichkeit, Kurse individuell, nach Belieben der Lehrperson zu gestalten. Dies kann allerdings auch herausfordernd für die Übersichtlichkeit und das Verständnis sein. Ein*e Studierende*r beschreibt in der SHUFFLE Studierendenbefragung (2022, Januar):
Alle Seminare und Vorlesungen haben eine komplett andere Struktur. Viele sind gut verständlich, andere sehr unübersichtlich und verwirrend.
Aus Sicht der digitalen Barrierefreiheit ist es deshalb wichtig, auf die Struktur des ILIAS-Kurses zu achten - von einem übersichtlich und strukturierten ILIAS-Kurs profitieren nicht nur Studierende mit Behinderung, sondern er erleichtert allen Studierenden den Umgang mit ILIAS.
Wie strukturieren Sie Ihren Kurs?
Das Einstellungs-Menü, um den Kurs zu strukturieren, finden Sie über die Registerkarte „Einstellungen“ (siehe Abb. 1). Wenn Sie in diesem Menü etwas runterscrollen, kommen Sie zum Bereich "Darstellung", in dem Sie alle Einstellungen, wie der Kurs dargestellt und strukturiert wird, einrichten können (siehe Abb. 2).

Abb. 1: Einstellung-Menü eines Kurses

Abb. 2: Darstellungsmöglichkeiten in den Einstellungen
Präsentationsansicht
In der Präsentationsansicht kann man wählen, ob die Kursinhalte als Kacheln oder als Liste anzeigt werden. Welche Anzeige passender ist, hängt von den individuellen Bedarfen der Studierenden ab. Während manche Studierende die Kachelansicht mit Bildern als übersichtlich und ansprechend wahrnehmen, könnten andere, z.B. neurodiverse Studierende, die Kachelansicht als reizüberflutend empfinden. Ein Problem in der Programmierung der Kachelansicht ist derzeit, dass statt des Bildes bzw. der Kachel eine URL von assistiven Technologien vorgelesen wird, sodass den Nutzer*innen nicht klar ist, was sich hinter der Kachel versteckt. Deshalb wird unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit aktuell die Listenansicht empfohlen.
Ansicht
In der Ansicht selbst gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie die Inhalte geordnet werden. Hier gibt es keine flächendeckende Empfehlung bezüglich der Barrierefreiheit. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Ansicht klar strukturiert und übersichtlich ist.
- Wenn der Kursraum z.B. eine Vorlesung begleitet und die Folien der wöchentlichen Vorlesung beinhaltet, bietet sich eine Sitzungsansicht an. Hier werden die einzelnen Sitzungen in einer eigenen Liste angezeigt.
- Dient der Kursraum einer Lernumgebung mit Übungen, Umfragen, Glossaren und Co. bietet sich eine andere Ansicht an. Hier könnte zum Beispiel eine einfache Liste gewählt werden, die man selbst sortiert.
- Die Gruppierung der Objekte bzw. Inhalte nach Typen kann in manchen Fällen sinnvoll sein, ist jedoch nicht zwangsläufig übersichtlich, wenn z.B. die Studierenden die richtige Umfrage in einer Reihe von unterschiedlichen Umfragen selbst auswählen müssen.
- Entsprechend Ihrer pädagogischen Freiheit können Sie auch eine Lernziel-orientierte Ansicht oder Lernplanungsansicht wählen. In diesem Fall ist auf Transparenz und Kommunikation mit den Studierenden zu achten, sodass die Studierenden wissen, was zu tun ist, bzw. welche Lernziele erreicht werden müssen.
Sortierung
Bei der Sortierung kann es schnell zu Fehlern und dadurch Unübersichtlichkeit kommen. Zum Beispiel können Objekte nach zeitlichen Angaben sortiert werden, die Reihenfolge in der Lehrveranstaltung sich jedoch verändern. In diesem Fall würde die Sortierung eher zur Verwirrung beisteuern. Deshalb ist empfehlenswert eine manuelle Sortierung zu wählen. So können Sie selbst entscheiden, wie die Inhalte sortiert und in welcher Reihenfolge sie dargestellt werden.