2. Planung der Vorlesungszeit
Inhalt: Barrierefreie Lehrmaterialien, Lern-Management-Systeme,System, Räume.
Lehrmaterialien
Während der Planung der Vorlesungszeit ist ein zentraler Aspekt barrierefreier Lehre die Bereitstellung zugänglicher Materialien. Im Sinne des Universal Design for Learning (UDL) sollte bei der Vorbereitung der Lehre ein Ansatz verfolgt werden, der „die Bedarfe möglichst vieler Menschen berücksichtigt, statt individuelle Lösungen zu fordern“ (Fisseler, 2015, S. 45). Durch das UDL-Prinzip kommen bereits kleine Anpassungen einer großen und heterogenen Zielgruppe zugute. Lernmaterialien und -umgebungen können entsprechend von vornherein so gestalten werden, dass sie möglichst vielen Lernenden gerecht werden – einschließlich Studierenden mit Beeinträchtigungen.
Achten Sie also darauf, dass alle Dokumente in barrierefreier Form gestaltet und den Studierenden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem können Sie bei der Planung der Veranstaltung beispielsweise Methoden auswählen, die es Studierenden erlauben auf unterschiedliche Art zu lernen und unterschiedliche Bedarfe und Stärken ansprechen (Verwendung von Audiodateien statt ausschließlich Textdateien). Um konkret bei der Umsetzung von barrierefreien Materialien unterstützt zu werden, fungieren die Checklisten im Bereich Dokumente auf diesem Portal als Hilfsmittel und beinhaltet konkrete Anweisungen.
Lern-Management-System (LMS)
Gleiches gilt für Materialien, die über das Lern-Management-System (LMS) bereitgestellt werden. Auch hier sollte sichergestellt sein, dass die Inhalte ohne zusätzliche Barrieren nutzbar sind. Sofern Materialien im LMS Moodle und ILIAS bereitgestellt werden, sollte der Kursraum selbst barrierefrei aufgebaut sein und eine übersichtliche sowie klare Struktur, beispielsweise durch das Themenformat, aufweisen. Achten Sie stets auf die richtigen Formatierungen im Texteditor des LMS und darauf, dass alle Materialien eindeutig benannt sind. Eine Checkliste zur barrierefreien Gestaltung eines Moodle- sowie ILIAS-Lernraums mit weiterführenden Informationen finden Sie im Bereich Lern-Management-Systeme (LMS) auf diesem Portal.
Insgesamt ist bei der Gestaltung von Materialien, die digital zur Verfügung gestellt werden, auf die vier Prinzipien der Barrierefreiheit zu achten.
- Wahrnehmbarkeit: Informationen müssen so gestaltet sein, dass sie auf verschiedenen Sinneskanälen zugänglich sind. Beispiel: Texte sind lesbar, Bilder haben Alternativtexte, Videos Untertitel.
- Bedienbarkeit: Inhalte müssen nutzbar sein – mit Maus, Tastatur oder assistiven Technologien.
- Verständlichkeit: Struktur und Sprache sollten klar, einfach und nachvollziehbar sein.
- Robustheit: Digitale Inhalte müssen mit unterschiedlichen Geräten, Programmen und Hilfsmitteln funktionieren.
Grundsätzlich ist es hilfreich, bei einer barrierefreien Gestaltung auf das Zwei-Sinne-Prinzip zu achten und zu bedenken, dass Informationen immer über mindestens zwei der drei unterschiedlichen Sinneskanäle, also Sehen, Hören oder Tasten, wahrnehmbar sind.
Räume
Auch die Zugänglichkeit zu Seminar- und Vorlesungsräumen sowie die Ausstattung innerhalb dieser, nimmt einen wichtigen Aspekt in der Planung der Lehre unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit ein. Sie sollten sicherstellen, dass Räume barrierefrei zugänglich sind und die technische Ausstattung ausreichend ist.
An der Universität Bielefeld beispielsweise gibt es die Option unter Im eKVV verwaltete Räume Hörsäle und Seminarräume hinsichtlich der kategorischen Auswahl entsprechender Bedarfe wie Verdunklung, dem Vorhandensein einer induktiven Hörschleife oder flexibler Bestuhlung ausfindig zu machen.
Sofern Sie vor der Vorlesungszeit von Studierenden erfahren, dass diese auf eine entsprechende Technik angewiesen sind, können Sie frühzeitig die Raumbuchung oder einen Raumwechsel angehen, entsprechende Hilfsmittel ausleihen oder Wissenslücken bezüglich der Handhabung füllen.