6. Grafik
Inhalt: Alternativtext, Komplexe Bilder, Informationstragende Elemente, Schriftgrafiken, Animationen.
6.1 Alternativtext
Grafiken enthalten einen kurzen, prägnanten Alternativtext (max. 125 Zeichen). Grafiken ohne inhaltliche Bedeutung sind als Dekoration markiert.
Weiterführende Informationen
Was ist damit gemeint?
Grafiken, die eine wichtige inhaltliche Bedeutung enthalten, benötigen einen Alternativtext (ALT). Dieser Alternativtext dient zur Beschreibung der Grafik für diejenigen, die die Grafik nicht sehen können. In Moodle ist die Länge des Alternativtextes auf 125 Zeichen limitiert. Daher ist es wichtig, dass der Zusammenhang zum umgebenen Textinhalt deutlich wird.
Wenn die Grafik keine inhaltliche Bedeutung hat, also nur „Schmuckwerk“ ist, muss diese als dekorativ gekennzeichnet werden.
Warum ist es wichtig?
Ein treffender Alternativtext für ein Bild ist wichtig, da er es allen Rezipierenden ermöglicht, den Inhalt eines Bildes zu verstehen. Wenn ein Bild keinen Alternativtext hat oder der Alternativtext unzureichend ist, wird das Bild für Rezipierende von Screenreadern und Sprachausgaben unsichtbar. Das bedeutet, dass diese Rezipierenden wichtige Informationen verpassen, die in dem Bild enthalten sein könnten.
Ein treffender Alternativtext beschreibt das Bild kurz und prägnant und vermittelt, wie beispielsweise ein Bild in Bezug zum Inhalt des Dokuments steht. Wenn das Bild wichtige Informationen enthält, die im Text nicht anders dargestellt werden oder werden können, ist es wichtig, diese Informationen im Alternativtext einzubeziehen, damit diese von Screenreadern und Sprachausgaben erfasst werden.
Wie können Sie es umsetzen/prüfen?
Beim Einfügen einer Grafik über die Menü-Leiste im Texteditor können Sie einen Alternativtext eingeben. Nutzen Sie dafür das Feld „Beschreibung für jemanden, der das Bild nicht sehen kann“.
In den neueren Moodle-Versionen ist es nicht möglich, eine Grafik ohne Alternativtext bzw. Auszeichnung als dekorative Grafik hochzuladen.
Wenn die Grafik keine inhaltliche Bedeutung hat und nur als „Schmuckwerk“ fungiert, muss diese als dekorativ gekennzeichnet werden. Dann wird die Grafik von den Screenreadern ignoriert und nicht vorgelesen. Beim Einfügen der Grafik über die Menü-Leiste finden Sie unterhalb des Textfeldes eine Checkbox „Bild nur zur Dekoration“. Wählen Sie diese aus, um die Grafik als dekorativ zu markieren.
Beachten Sie, dass es nicht genügt, die Texte „leer“ oder „dekorativ“ in den Alternativtext reinzuschreiben. Dies würde von den Screenreadern vorgelesen werden und ist unnötig.
6.2 Komplexe Bilder
Komplexe Grafiken (z. B. Diagramme, Comics) haben eine ausführlich beschreibende Textalternative.
Weiterführende Informationen
Was ist damit gemeint?
Eine ausführlich beschreibende Textalternative für ein Bild enthält eine detaillierte Beschreibung des Bildinhalts und dessen Bedeutung für das Dokument. Im Gegensatz zu einem Alternativtext, der nur eine kurze Zusammenfassung des Bildinhalts enthält, soll eine ausführlich beschreibende Textalternative alle wichtigen Details des Bildes vermitteln, die für die Verständlichkeit des Bildes erforderlich sind. Eine ausführlich beschreibende Textalternative sollte klare und präzise Sprache verwenden und alle wichtigen Informationen des Bildes enthalten, einschließlich Farben, Formen, Texte, Rezipierende, Orte und Aktionen, die im Bild dargestellt werden. Der Text sollte jedoch nicht redundant oder überflüssig sein und sich auf die relevanten Informationen beschränken, die im Bild enthalten sind. Diese Textalternative oder ein Link zu dieser Alternative sollten in unmittelbarer Nähe der Grafik sein.
Warum ist es wichtig?
Die Verwendung von ausführlich beschreibenden Textalternativen ist ein wichtiger Aspekt der Barrierefreiheit von digitalen Inhalten, da sie sicherstellen, dass Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen den Inhalt von komplexen Bildern und Diagrammen verstehen können. Eine ausführlich beschreibende Textalternative kann besonders wichtig sein, wenn das Bild wichtige Informationen enthält, die im Text des Dokuments nicht anders dargestellt werden können. Da komplexe Bilder in der Regel schwierig zu beschreiben sind, ist es besonders wichtig, dass sie mit einer präzisen und detaillierten Textalternative versehen werden, damit alle den Inhalt des Bildes verstehen können.
Ein Beispiel für eine ausführlich beschreibende Textalternative für ein komplexes Bild könnte wie folgt aussehen:
Das Bild zeigt eine Gruppe von Rezipierenden, die an einem runden Tisch sitzen und diskutieren. In der Mitte des Tisches befindet sich ein Kuchen, auf dem „Happy Birthday“ geschrieben steht. Die Rezipierende laufen um den Tisch herum, lächeln und heben ihre Gläser, um auf den Geburtstag anzustoßen. Der Raum ist mit Luftballons und Girlanden geschmückt und im Hintergrund kann man eine Band sehen, die Musik spielt.
Umso wichtiger die Details für das Verständnis des Inhaltes ist, desto ausführlicher müssen diese beschrieben werden.
Wie können Sie es umsetzen/prüfen?
Eine beschreibende Textalternative sollte eine präzise und genaue Beschreibung des visuellen Elements (z. B. Bild, Diagramm, Grafik) enthalten und dessen Bedeutung für den Inhalt des Dokuments vermitteln. Beispielsweise kann unterhalb von Bildern, Grafiken oder Diagrammen ein Link zu einem Word-Dokument hinzugefügt werden, welches eine ausführlich beschreibende Textalternative beinhaltet. Hier sind einige Schritte, die Ihnen helfen können, eine gute beschreibende Textalternative zu erstellen:
-
Überlegen Sie, welches visuelle Element beschrieben werden soll und welche Informationen es enthält.
-
Beschreiben Sie das visuelle Element so detailliert wie möglich, um sicherzustellen, dass ein klares Bild davon entsteht, was auf dem Bild oder Diagramm zu sehen ist.
-
Berücksichtigen Sie, wie das visuelle Element in den Kontext des Dokuments passt und welche Informationen es vermittelt. Stellen Sie sicher, dass die Textalternative dem Leser hilft, die Bedeutung des visuellen Elements im Kontext des Dokuments zu verstehen.
- Verwenden Sie eine klare und prägnante Sprache und passen Sie diese ggf. an die jeweilige Zielgruppe an.
-
Vermeiden Sie die Wiederholung von Informationen, die bereits im Text des Dokuments vorhanden sind.
Es gibt einige Schritte, die Sie durchführen können, um Ihre Textalternativen zu prüfen:
-
Überprüfen Sie, ob die Textalternative alle wichtigen Informationen des visuellen Elements enthält.
-
Stellen Sie sicher, dass die Textalternative verständlich und leicht zu lesen ist.
-
Überprüfen Sie, ob die Textalternative im Kontext des Dokuments sinnvoll ist und eine klare Verbindung zum Text oder anderen visuellen Elementen hat.
-
Bitten Sie jemanden, der die Informationen des visuellen Elements nicht kennt, die Textalternative zu lesen und zu überprüfen, ob sie die Bedeutung und den Zweck des visuellen Elements verstehen können.
-
Überprüfen Sie, ob die Textalternative nicht redundant ist, also keine bereits im Text vorhandenen Informationen wiederholt.
6.3 Informationstragende Elemente
Grafische informationstragende Elemente (z. B. Linien, benachbarte Flächen) haben einen Mindestkontrast von 3:1 zum Hintergrund.
Weiterführende Informationen
Was ist damit gemeint?
Grafische informationstragende Elemente sind u. a. Linien oder Flächen, die zur Abgrenzung und/oder Unterscheidung von Informationen genutzt werden. Diese sollten grundsätzlich ein ausreichendes Kontrastverhältnis zum Hintergrund sowie zum Text haben.
Warum ist es wichtig?
Für Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen kann ein ausreichender Kontrast zwischen grafischen Elementen und dem Hintergrund entscheidend sein, um diese zu erkennen. Ein unzureichender Kontrast erschwert die Wahrnehmbarkeit und kann zu Fehlinterpretationen führen. Deshalb ist es wichtig, dass grafische Elemente wie Bilder oder Schaltflächen einen ausreichenden Mindestkontrast aufweisen.
Ein ausreichender Kontrast erleichtert nicht nur Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen die Wahrnehmung von Inhalten. Auch Rezipierende, die in einer Umgebung mit schlechten Lichtverhältnissen arbeiten, einen Ausdruck in schwarz-weiß vorliegen haben oder eine Präsentation über einen Beamer verfolgen, profitieren von einem hohen Kontrastverhältnis. Ein ausreichender Kontrast sorgt dafür, dass die Inhalte klar und deutlich erkennbar sind und somit die Informationsaufnahme und Verarbeitung erleichtert wird.
Wie können Sie es umsetzen/prüfen?
Zur Überprüfung von Kontrasten können Sie verschiedene Online-Tools oder Programme verwenden. Diese enthalten im Namen häufig „color contrast“. Mit diesen Tools können Sie die gewählte Vordergrundfarbe im Vergleich zur gewählten Hintergrundfarbe überprüfen. Ist der Kontrast nicht hoch genug, passen Sie die Farben entsprechend der Empfehlungen an.
6.4 Schriftgrafiken
Es werden keine Grafiken eingesetzt, um Texte darzustellen (Schriftgrafiken).
Weiterführende Informationen
Was ist damit gemeint?
Schriftgrafiken sind Grafiken, die vollständig aus Textzeichen und -symbolen bestehen und keine Bilder, Fotos oder andere visuelle Elemente enthalten. Schriftgrafiken werden häufig für die Gestaltung von Logos, Plakaten, Bannern und anderen Marketingmaterialien verwendet.
Es ist zu empfehlen Text nicht mithilfe von Schriftgrafiken darzustellen. Stattdessen sollte der Text als tatsächlicher Text eingetippt und formatiert werden. Falls Schriftgrafiken dennoch verwendet werden, ist es notwendig, einen Alternativtext anzugeben, der den Inhalt der Grafik beschreibt. Wenn die Schriftgrafiken redundant sind und den gleichen Text wie der umgebende Text enthalten, sollten sie als dekorativ gekennzeichnet werden.
Warum ist es wichtig?
Die Verwendung von Schriftgrafiken kann zu Einschränkungen in der Barrierefreiheit von digitalen Inhalten führen, da sie von Screenreadern oder Sprachausgaben für Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen nicht erkannt werden können. Wenn der Text als echter Text eingegeben und formatiert wird, kann dieser von Hilfsmitteln leichter gelesen werden. Wenn jedoch Schriftgrafiken verwendet werden, ist es wichtig einen Alternativtext anzugeben, um sicherzustellen, dass der Inhalt der Grafik von allen Rezipierende verstanden werden kann.
Wie können Sie es umsetzen/prüfen?
Grundsätzlich sollte auf Schriftgrafiken (Bilder, die Text darstellen) verzichtet werden. Grundsätzlich sollte auf Schriftgrafiken verzichtet werden. Sofern eine Schriftgrafik zwingend verwendet werden muss, ist ein Alternativtext zu hinterlegen, der denselben Inhalt wie die Schriftgrafik enthält. Hier ist der gleiche Vorgang wie in Kapitel 6.2 zu beachten.
6.5 Animationen
Es werden keine animierten Grafiken verwendet.
Weiterführende Informationen
Was ist damit gemeint?
In einem Moodle-Kurs sollten keine animierten Grafiken in Form von GIF-Dateien verwendet werden. Animierte Grafiken oder auch GIFs (Graphics Interchange Format) sind Dateiformate für Grafiken, die eine Sequenz von Bildern in einer Schleife abspielen können, um eine kurze Animation zu erzeugen. Durch die Schleifenfunktion werden GIFs immer wieder abgespielt, bis die betrachtende Person sie schließt oder weiter scrollt. Es können auch Standbilder in das GIF-Format konvertiert werden, was die Qualität aber erheblich senkt.
Warum ist es wichtig?
Die Verwendung von flackernden Animationen sollte in der Gestaltung von barrierefreien digitalen Inhalten nicht eingesetzt werden. Das Abspielen in einer Schleife kann sehr ablenkend und störend sein. In der Regel bieten animierte Inhalte keine Möglichkeit, die Animation zu pausieren oder zu stoppen. Dies erschwert es beispielsweise für Rezipierende mit Konzentrationsschwierigkeiten, den Inhalt zu erfassen. Außerdem können schnelle Bewegungen oder flackernde Effekte bei Rezipierenden mit Photosensibilität Anfälle auslösen.
Wie können Sie es umsetzen/prüfen?
Um explizit auf die Verwendung von GIFs in Ihrem Moodle-Kurs zu verzichten, können Sie die Inhalte manuell überprüfen und sicherstellen, dass keine GIFs vorhanden sind.
No comments to display
No comments to display