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7. Grafik

Inhalt: Alternativtexte, Komplexe Bilder, Schriftgrafiken, Mindestkontrast von grafischen Elementen, Animierte Grafiken.

7.1 Alternativtexte

Grafiken und Videos enthalten einen kurzen, prägnanten Alternativtext. Grafiken und Videos ohne inhaltliche Bedeutung sind als dekorativ markiert.

Weiterführende Informationen

Was ist damit gemeint? 

Um die Zugänglichkeit einer PowerPoint-Präsentation zu verbessern, sollten alle darin enthaltenen Grafiken und Videos mit Alternativtexten versehen werden, die beschreiben, was zu sehen ist. Ein Alternativtext ist eine kurze und prägnante Beschreibung des Inhalts der Grafik und des Videos, die von Screenreadern und Sprachausgaben gelesen wird, um den Inhalt zu verstehen.

Bei rein dekorativen Bildern oder Videos ohne inhaltliche Relevanz sollten diese entsprechend gekennzeichnet werden. In PowerPoint kann eine Grafik oder ein Video als „dekorativ“ markiert werden, um zu signalisieren, dass es keinen für die Präsentation relevanten Inhalt enthält und daher von Screenreadern und Sprachausgaben übersprungen werden kann.

Warum ist es wichtig? 

Ein treffender Alternativtext für eine Grafik oder ein Video ist wichtig, da er es allen Rezipierenden ermöglicht, den Inhalt zu verstehen. Wenn kein Alternativtext vorhanden oder unzureichend ist, wird die Grafik oder das Video für Nutzende von Screenreadern und Sprachausgaben unsichtbar. Das bedeutet, dass diese Rezipierenden wichtige Informationen verpassen, die innerhalb des Elements enthalten sein könnten.

Ein treffender Alternativtext beschreibt das grafische Element kurz und prägnant und vermittelt, wie das Element in Bezug zum Inhalt der Präsentation steht. Wenn das Element wichtige Informationen enthält, die im Text nicht anders dargestellt werden oder werden können, ist es wichtig, diese Informationen im Alternativtext einzubeziehen, damit diese von Screenreadern und Sprachausgaben erfasst werden. Eine detaillierte Beschreibung der Grafik oder des Videos ist für einen Alternativtext in der Regel nicht notwendig. Elemente die viele wichtige Informationen enthalten, sollten im Text selbst vorkommen oder eine ausführliche Textalternative bereitstellen. Grundsätzlich gilt, dass ein Alternativtext maximal 120 Zeichen enthalten sollte.

Ein Beispiel für einen treffenden Alternativtext für eine Grafik wäre: „Ein Gruppenfoto von Mitarbeitenden, die an einem Firmenausflug teilgenommen haben und zusammen vor einem Bergpanorama stehen“. Dieser Alternativtext vermittelt Rezipierenden von einem Screenreader oder eine Sprachausgabe ausführlich, was auf der Grafik zu sehen ist. 

Wie können Sie das umsetzen/prüfen?

Um einen Alternativtext für ein Video oder eine Grafik in PowerPoint hinzuzufügen, folgen Sie je nach Software diesen Schritten:

Mac
  1. Wählen Sie ein Objekt aus.
  2. Wählen Sie im Menüband die Registerkarte „Formformat“ für das Objekt und dann „Alt-Text“ aus.
  3. Geben Sie im Bereich Alternativtext ein bis zwei Sätze in das Textfeld ein, um das Objekt und dessen Kontext zu beschreiben.
  4. Alternativ können sie, wenn Sie das Objekt ausgewählt haben, einen Rechtsklick machen und auf „Alt-Text anzeigen …“ gehen. Dann erscheint ein Pop-up-Fenster.
Windows
  1. Klicken Sie auf das Video oder die Grafik, um diese auszuwählen.
  2. Klicken Sie auf der Registerkarte „Format“ und in der Menüleiste auf „Alt-Text“.
  3. Ein Bereich namens „Alt-Text“ wird auf der rechten Seite des Bildschirms geöffnet. Geben Sie in diesem Bereich eine Beschreibung des Videos oder der Grafik ein, die den Inhalt und die Bedeutung für Rezipierende vermittelt.
  4. Überprüfen Sie den Alternativtext, um sicherzustellen, dass er die relevanten Informationen enthält und angemessen ist.

Um Videos oder Grafiken in PowerPoint als dekorativ zu markieren, folgen Sie je nach Software diesen Schritten:

Mac
  1. Wählen Sie ein Objekt aus.
  2. Wählen Sie im Menüband die Registerkarte „Format“ für das Objekt und dann „Alternativtext“ aus.
  3. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen „Als dekorativ“ markieren. Das Texteingabefeld wird ausgegraut.
Windows
  1. Klicken Sie auf das Video oder die Grafik, um es auszuwählen.
  2. Klicken Sie auf der Registerkarte „Format“ in der Menüleiste auf „Alt-Text“ oder machen sie einen Rechtsklick.
  3. Ein Bereich namens „Alt-Text“ wird auf der rechten Seite des Bildschirms geöffnet.
  4. Klicken Sie auf das Kästchen neben „Als dekorativ markieren“, sodass sich ein Häkchen in darin befindet und das Video oder die Grafik als dekorativ gekennzeichnet wird.

7.2 Komplexe Bilder

Komplexe Bilder (z. B. Comics, SmartArts, Diagramme) haben eine ausführlich beschreibende Textalternative.

Weiterführende Informationen

Was ist damit gemeint? 

Eine ausführlich beschreibende Textalternative für ein Bild enthält eine detaillierte Beschreibung des Bildinhalts und dessen Bedeutung für die Präsentation. Im Gegensatz zu einem Alternativtext, der nur eine kurze Zusammenfassung des Bildinhalts enthält, soll eine ausführlich beschreibende Textalternative alle wichtigen Details des Bildes vermitteln, die für die Verständlichkeit des Bildes erforderlich sind. Eine ausführlich beschreibende Textalternative sollte klare und präzise Sprache verwenden und alle wichtigen Informationen des Bildes enthalten, einschließlich Farben, Formen, Texte, Personen, Orte und Aktionen, die im Bild dargestellt werden. Der Text sollte jedoch nicht redundant oder überflüssig sein und sich auf die relevanten Informationen beschränken, die im Bild enthalten sind.

Wenn eine Textalternative für eine visuelle Darstellung erforderlich ist, sollte diese entweder in derselben Präsentation oder in einem separaten Dokument bereitgestellt werden. Wenn die Textalternative in derselben Präsentation wie das Bild enthalten ist, sollte diese sich in der Nähe des Bildes befinden. Auf diese Weise können Rezipierende, die eine Bildbeschreibung benötigen, die Textalternative leicht finden. Wenn die Textalternative in einem separaten Dokument bereitgestellt wird, sollte in der Präsentation beispielsweise durch einen Link auf die Textalternative hingewiesen und diese zugänglich gemacht werden.

Warum ist es wichtig?

Die Verwendung von ausführlich beschreibenden Textalternativen ist ein wichtiger Aspekt der Barrierefreiheit von digitalen Inhalten, da sie sicherstellen, dass Rezipierende mit Sehbeeinträchtigung den Inhalt von komplexen Bildern und Diagrammen verstehen können. Eine ausführlich beschreibende Textalternative kann besonders wichtig sein, wenn das Bild wichtige Informationen enthält, die im Text der Präsentation nicht anders dargestellt werden können. Da komplexe Bilder oft schwierig zu beschreiben sind, ist es essenziell, dass sie mit einer präzisen und detaillierten Textalternative versehen werden, damit alle den Inhalt des Bildes verstehen können.

Ein Beispiel für eine ausführlich beschreibende Textalternative für ein komplexes Bild könnte wie folgt aussehen: „Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen, die an einem runden Tisch sitzen und diskutieren. In der Mitte des Tisches befindet sich ein Kuchen, auf dem „Happy Birthday“ geschrieben steht. Die Personen laufen um den Tisch herum, lächeln und heben ihre Gläser, um auf den Geburtstag anzustoßen. Der Raum ist mit Luftballons und Girlanden geschmückt und im Hintergrund kann man eine Band sehen, die Musik spielt.“ Umso wichtiger die Details für das Verständnis des Inhaltes sind, desto ausführlicher müssen diese beschrieben werden.

Wie können Sie das umsetzen/prüfen?

Eine beschreibende Textalternative sollte eine präzise und genaue Beschreibung des visuellen Elements (z. B. Bild, Diagramm, Grafik) enthalten und dessen Bedeutung für den Inhalt des Dokuments vermitteln. Hier sind einige Schritte, die Ihnen helfen können, eine gute beschreibende Textalternative zu erstellen:

  1. Identifizieren Sie das visuelle Element: Überlegen Sie, welches visuelle Element beschrieben werden soll und welche Informationen es enthält.
  2. Beschreiben Sie das visuelle Element: Beschreiben Sie das visuelle Element so detailliert wie möglich, um sicherzustellen, dass ein klares Bild davon entsteht, was auf dem Bild oder Diagramm zu sehen ist.
  3. Berücksichtigen Sie den Kontext: Berücksichtigen Sie, wie das visuelle Element in den Kontext der Präsentation passt und welche Informationen es vermittelt. Stellen Sie sicher, dass die Textalternative den Lesenden hilft, die Bedeutung des visuellen Elements im Kontext der Präsentation zu verstehen.
  4. Verwenden Sie eine klare und prägnante Sprache: Passen Sie diese ggf. an die jeweilige Zielgruppe an.
  5. Vermeiden Sie Redundanz: Vermeiden Sie die Wiederholung von Informationen, die bereits im Text des Dokuments vorhanden sind

Es gibt einige Schritte, die Sie durchführen können, um Ihre Textalternativen zu prüfen:

    1. Überprüfen Sie, ob die Textalternative alle wichtigen Informationen des visuellen Elements enthält.
    2. Stellen Sie sicher, dass die Textalternative verständlich und leicht zu lesen ist.
    3. Überprüfen Sie, ob die Textalternative im Kontext des Dokuments sinnvoll ist und eine klare Verbindung zum Text oder anderen visuellen Elementen hat.
    4. Bitten Sie jemanden, der die Informationen des visuellen Elements nicht kennt, die Textalternative zu lesen und zu überprüfen, ob sie die Bedeutung und den Zweck des visuellen Elements verstehen können.
    5. Überprüfen Sie, ob die Textalternative nicht redundant ist, also keine bereits im Text vorhandenen Informationen wiederholt.

7.3 Schriftgrafiken

Es werden keine Bilder und kein WordArt eingesetzt, um Texte darzustellen („Schriftgrafiken“). (Ausnahme: Essenzielle Schriftgrafiken haben einen sinnvollen Alternativtext. Redundante Schriftgrafiken sind als dekorativ gekennzeichnet.)

Weiterführende Informationen

Was ist damit gemeint? 

Es ist zu empfehlen Text nicht mithilfe von Schriftgrafiken darzustellen. Stattdessen sollte der Text als tatsächlicher Text eingetippt und formatiert werden. Falls Schriftgrafiken dennoch verwendet werden, ist es notwendig, einen Alternativtext anzugeben, der den Inhalt der Schriftgrafik beschreibt. Wenn die Schriftgrafiken redundant sind und den gleichen Text wie der umgebende Text enthalten, sollten sie als dekorativ gekennzeichnet werden.

Schriftgrafiken sind Grafiken, die vollständig aus Textzeichen und -symbolen bestehen und keine Bilder, Fotos oder andere visuelle Elemente enthalten. Schriftgrafiken werden häufig für die Gestaltung von Logos, Plakaten, Bannern und anderen Marketingmaterialien verwendet. WordArt ist eine Schriftgrafik, die es Rezipierenden ermöglicht, Text in verschiedenen Stilen und Formen zu gestalten.

Warum ist es wichtig?

Die Verwendung von Schriftgrafiken kann zu Einschränkungen in der Barrierefreiheit von digitalen Inhalten führen, da sie von Screenreadern oder Sprachausgaben für Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen nicht erkannt werden können. Wenn der Text als echter Text eingegeben und formatiert wird, kann dieser von Hilfsmitteln leichter gelesen werden. Wenn jedoch Schriftgrafiken verwendet werden, ist es wichtig einen Alternativtext anzugeben, um sicherzustellen, dass der Inhalt der Grafik von allen Rezipierenden verstanden werden kann.

Wie können Sie das umsetzen/prüfen? 

Um Schriftgrafiken in PowerPoint zu vermeiden, sollten Sie den Text als echten Text eingeben und formatieren, anstatt ihn als Bild oder WordArt einzufügen. Wenn Sie dennoch Schriftgrafiken verwenden, können Sie einen Alternativtext angeben (siehe 7.1).

7.4 Mindestkontrast von grafischen Elementen

Grafische informationstragende Elemente (z. B. Linien, benachbarte Flächen) haben einen Mindestkontrast von 3:1 zum Hintergrund.

Weiterführende Informationen

Was ist damit gemeint?

Grafische informationstragende Elemente sind visuelle Elemente, die Informationen in einer Präsentation übermitteln. Dazu gehören beispielsweise Linien, benachbarte Flächen und andere grafische „Hilfsmittel“. Wenn diese in PowerPoint verwendet werden, müssen sie einen Mindestkontrast von 3:1 zu dem Hintergrund der Präsentation aufweisen. Der Mindestkontrast bezieht sich auf das Verhältnis bzw. den Unterschied in der Helligkeit oder Farbtiefe zwischen den verwendeten Farben in grafischen Elementen und dem Hintergrund.  

Warum ist es wichtig? 

Für Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen kann ein ausreichender Kontrast zwischen grafischen Elementen und dem Hintergrund entscheidend sein, um diese zu erkennen. Ein unzureichender Kontrast erschwert die Wahrnehmbarkeit und kann zu Fehlinterpretationen führen. Deshalb ist es wichtig, dass grafische Elemente wie Bilder oder Schaltflächen einen ausreichenden Mindestkontrast aufweisen.

Ein ausreichender Kontrast erleichtert nicht nur Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen die Wahrnehmung von Inhalten. Auch Rezipierende, die in einer Umgebung mit schlechten Lichtverhältnissen arbeiten, einen Ausdruck in schwarz-weiß vorliegen haben oder eine Präsentation über einen Beamer verfolgen, profitieren von einem hohen Kontrast-Verhältnis. Ein ausreichender Kontrast sorgt dafür, dass die Inhalte klar und deutlich erkennbar sind und somit die Informationsaufnahme und Verarbeitung erleichtert wird.

Wie können Sie das umsetzen/prüfen?

In PowerPoint gibt es verschiedene Möglichkeiten, um einen Mindestkontrast von 3:1 umzusetzen:

  1. Verwenden Sie kontrastreiche Farben: Wählen Sie Farben aus, die einen hohen Kontrast zueinander aufweisen, z. B. Schwarz auf Weiß oder Gelb auf Schwarz.
  2. Verwenden Sie die integrierten Farbschemata: PowerPoint bietet eine Vielzahl von integrierten Farbschemata an, die speziell für eine gute Lesbarkeit und Kontrast entwickelt wurden. Diese finden Sie unter dem Menüpunkt „Entwurf“ in der Ribbon-Leiste.
  3. Um sicherzustellen, dass das Kontrastverhältnis zwischen grafischen informationstragenden Elementen und Hintergrund optimal ist, können Sie auf Online-Tools oder herunterladbare Programme zurückgreifen. Diese können das Kontrastverhältnis automatisch für Sie berechnen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Mindestkontrast von 3:1 nur der absolute Mindestwert ist und es empfehlenswert ist, einen höheren Kontrast zu verwenden, insbesondere wenn die Präsentation für Rezipierende mit Sehbeeinträchtigungen oder Leseschwierigkeiten bestimmt ist.

7.5 Animierte Grafiken

Es werden keine animierten Grafiken (GIFs) verwendet.

Weiterführende Informationen

Was ist damit gemeint?

In einer Präsentation sollen keine animierten Grafiken in Form von GIF-Dateien verwendet werden. Animierte Grafiken oder auch GIFs (Graphics Interchange Format) sind Dateiformate für Grafiken, die eine Sequenz von Bildern in einer Schleife abspielen können, um eine kurze Animation zu erzeugen. Durch die Schleifenfunktion werden GIFs immer wieder abgespielt, bis die betrachtende Person sie schließt oder weiter scrollt. Es können auch Standbilder in das GIF-Format konvertiert werden, was die Qualität aber erheblich senkt.

Warum ist es wichtig?

Die Verwendung von animierten Grafiken sollte in der Gestaltung von barrierefreien digitalen Inhalten nicht eingesetzt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass GIFs in der Regel keine Möglichkeit bieten, die Animation zu pausieren oder zu stoppen. Das macht es für Rezipierende mit z. B. Konzentrationsschwierigkeiten schwierig, den Inhalt zu erfassen oder sich auf Inhalte außerhalb der Animation zu konzentrieren. Auch können schnelle Bewegungen oder flackernde Effekte bei einigen Rezipierenden mit Photosensibilität Anfälle auslösen.

Wie können Sie das umsetzen/prüfen?

Um speziell nach GIFs in Ihrer Präsentation zu suchen, können Sie die Folien manuell überprüfen. Klicken Sie auf jede Folie und überprüfen Sie visuell, ob ein GIF vorhanden ist.

Alternativ können Sie den Animationsbereich in PowerPoint verwenden, um nach Animationen, einschließlich GIFs, in Ihrer Präsentation zu suchen:

  1. Wechseln Sie zur Registerkarte „Animationen“ in der Menüleiste oben.
  2. Klicken Sie auf „Animationenbereich“ in der Gruppe „Erweitert“.
  3. Der Animationsbereich wird auf der rechten Seite des Bildschirms geöffnet. Hier können Sie eine Übersicht über alle Animationen in Ihrer Präsentation sehen.
  4. Überprüfen Sie die Animationen auf das Vorhandensein von GIFs. Ein GIF wird normalerweise als „Bild“ in der Liste der Animationen angezeigt.