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Crip Time

Crip Time ist ein Konzept, das beschreibt, wie behinderte, chronisch kranke oder neurodivergente Menschen Zeit und Lebensrhythmen anders erleben als nichtbehinderte Menschen. Im Gegensatz zur sogenannten normativen Zeit – also festen Zeitstrukturen wie Schulstunden, Arbeitszeiten oder gesellschaftlich erwarteten Lebensmeilensteinen – orientiert sich Crip Time an den realen Bedürfnissen und Lebensrealitäten behinderter Menschen. Normative Vorstellungen, etwa wann jemand lesen lernen oder eine Ausbildung abschließen sollte, können ausgrenzend wirken.
Crip Time macht deutlich, dass viele behinderte Menschen durch alltägliche Barrieren mehr Zeit benötigen – sei es für Wege, Organisation, Regeneration oder um überhaupt Zugang zu bestimmten Orten oder Angeboten zu erhalten. Auch Meilensteine im Leben werden oft in anderem Tempo oder zu anderen Zeitpunkten erreicht. Crip Time fordert, Zeit flexibler und inklusiver zu denken.