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Intersektionalität

Intersektionalität (englisch intersection = Kreuzungspunkt) bezeichnet ein Konzept aus der Soziologie, das soziale Merkmale wie Geschlecht, Alter, Herkunft, Behinderung, sexuelle Orientierung, äußere Erscheinung oder Weltanschauung in ihrem Zusammenspiel betrachtet. Es macht deutlich, dass Diskriminierung nicht nur auf ein einzelnes Merkmal zurückzuführen sein muss: Die Überschneidung mehrerer Merkmale kann spezifische Benachteiligungen erzeugen, die sich qualitativ von Diskriminierungen aufgrund nur eines Merkmals unterscheiden.

In der Praxis bedeutet das, dass sich Merkmale gegenseitig verstärken oder in einer bestimmten Situation gemeinsam wirksam werden können. Ein Beispiel: Eine Frau*, die im Rollstuhl sitzt, könnte bei einer Bewerbung nicht nur wegen ihres Geschlechts oder ihrer Behinderung abgelehnt werden, sondern gerade durch die Kombination beider Faktoren. Ein Mann* im Rollstuhl kann in derselben Situation höchstwahrscheinlich andere Erfahrungen machen.